Die Autorin Bettina Storks arbeitete viele Jahre als Redakteurin. Danach wurde sie Schriftstellerin und schrieb hauptsächlich historische Romane. Ihr Roman „Die Kinder von Beauvallon“ wurde ein „Spiegel-Bestseller“. Zur Welt gekommen ist Bettina Storks 1960 in Stuttgart. Sie studierte Literaturwissenschaften; dieses Studium beendete sie erfolgreich mit einer Promotion. Sie lebt und arbeitet heute am Bodensee. In ihren Werken erkennt man ihre Liebe zu Frankreich.
Aus Sulzburg in Südbaden werden 1940 alle jüdischen Einwohner in das besetzte Frankreich deportiert. Sie kommen in ein Lager nach Gours in den französischen Pyrenäen. Unter anderem auch eine Familie mit der kleinen Tochter Lily. Dort wird Lily von ihren Eltern getrennt. Fluchthelfer bringen sie unter großen Gefahren nach Beauvallon, gelegen im Department Drôme.
Bis zum Kriegsende verbringt sie dort, unter falschem Namen, ihre Kindheit.
Auch wenn für die Helfer das Risiko entdeckt zu werden zu werden, wird sie dort von den Einwohnern liebevoll umsorgt.
Die Journalistin Agnes, eine Freundin von Lily, aus unbeschwerten Kindertagen im Schwarzwald, erhält von ihrem Chefredakteur den Auftrag den Ort Dieulefit und die dortige Schule in Beauvallon aufzusuchen, um zu recherchieren. Der Chefredakteur hatte bei einer Reise durch Frankreich diesen besonderen Ort durch Zufall entdeckt. Dieulefit war ein bekannter Ort des französischen Widerstandes gegen die deutsche Besetzung und ihre Folgen. Als die Reporterin Agnes Engler dort Recherchen vornahm, entdeckte sie Spuren ihrer alten Freundin Lily, die dort die Deportation überlebte.
Die Autorin Bettina Storks hat mit „Die Kinder von Beauvallon“ einen Roman geschrieben, der als Grundlage die Deportation der Juden aus dem Schwarzwald-Ort Sulzburg und deren Vernichtung, hat.
Die wahre Begebenheit, die dem Leser durch den Roman vermittelt wird, ist unfassbar und löst Bestürzung über die Brutalität der Besatzer und ihrer Helfer aus. Die Gleichgültigkeit der nichtjüdischen Bevölkerung mit der Vernichtung der Juden, in Frankreich wie auch in Deutschland, wird schonungslos beschrieben.
Positiv ist jedoch das Verhalten der Bevölkerung von Dieulefit, mitten im besetzten Frankreich, durch Schweigen, nicht denunzieren und helfen unter Lebensgefahr, um das Überleben der Kinder zu ermöglichen.
Etwa 1500 Kinder wurden über Jahre versteckt (bei ca. 2000 Einwohnern), was bedeutete das der kleine Ort doppelt so viel Lebensmittel-Karten und Kleidung benötigte, um alle Kinder mit dem notdürftigsten zu versorgen.
Es ist in jedem Fall ein Roman zum Nachdenken und Wachrütteln, denn auch heute sind Kinder immer noch in vielen Gegenden der Welt schutzlos manchen Regierungssystemen ausgeliefert, ohne das ihnen geholfen wird.
Mit viel Hoffnung und Spannung wurde die Rettung der Kinder von Beauvallon in die Geschichte eingearbeitet.
Auch die zweite Ebene, die 60er Jahre, wurde ausführlich behandelt, denn in diesen Jahren waren immer noch viele Helfer, Täter und Mitläufer in hohen Ämtern.
Diesen hervorragenden Roman kann ich auf jeden Fall allen Lesern weiterempfehlen.
Er wurde für mich eine Realität, die ergreifend war und sehr nachdenklich stimmte.